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Arbeiten im Pornokino

Arbeiten im Pornokino. Wie läuft das eigentlich ab? Macht das Spaß? Wer arbeitet da? Was sind da meine Aufgaben? Diese und noch mehr Fragen kläre ich in diesem Beitrag

Hallo liebe Liebenden, und die die es noch werden wollen. Heute mal ein ganz besonderes Herzthema. Ich muss mal mit so ein paar Vorurteilen und Halbwahrheiten aufräumen. Wie die Überschrift schon sagt, geht es heute um Pornokinos, oder wie sie sich selber lieber bezeichnen: Erlebnisreich für Erwachsene.

In Deutschland gibt es mehr als 1.800 Kinos. Da sollte man doch annehmen, dass die Toleranz diesen Etablissements gegenüber gestiegen ist. Schließlich gehen da Menschen hin, die Pornos mögen, oder? Wer geht denn eigentlich ins Pornokino? Sind die noch aktuell? Und wie ist es, dort zu arbeiten?

Als erstes möchte ich mit dem Mythos aufräumen, dass alle Kinos nur für Homosexuelle und alte Männer sind. Nein, es kommen durchaus auch jüngere Menschen dort vorbei. Auch diese Kinos haben, wie normale Cineplex-Betriebe, Probleme mit den Besucherzahlen. Außerdem haben Pornokinos immer noch einen sehr schlechten Ruf. Dreckig, dunkel, gefährlich, Krankheitsherd, keine Frau sollte da allein hin, was man nicht alles hört.

Ganz ehrlich: es gibt schwarze Schafe. Die gibt es überall. Jedoch hat sich die Pornokino-Kultur grundlegend geändert. Mittlerweile versuchen PKs den Clubs nachzueifern. Schließlich müssen auch sie auf ihre Besucherzahlen kommen und sich finanzieren. Da werden Pärchen Abende veranstaltet, besondere Events beworben, und nicht selten werden Special Guests eingeladen. Die Zeit der Schmuddelkinos mit schlechtem Ruf ist vorbei. Siehe auch Beitrag von Markus Enders.

Was macht man in einem Pornokino?

Nun, wie der Name schon sagt, laufen da Pornos. Der Einlass ist grundsätzlich erst ab 18, oftmals ist auch ein Sexshop dabei. Die Größe der Kinos variiert von ein bis zwei Räumen, bis hin zu Themenwelten mit 10 und mehr Räumen. Meist gibt es Glory Holes, aber immer ist auch ein abschließbarer Raum dabei, den Pärchen nutzen können. Also ja, man hat dort Sex. Mit einem Menschen oder mehreren. Es treffen sich auch „Wixxkumpel“ die bei einem gemeinsamen Besuch sich gegenseitig mit der Hand oder oral befriedigen. Frauen trifft man dort eher selten. Das liegt aber daran, dass es häufig vorkommt, dass sich sofort eine große Anzahl an Männern bildet, die die Frau auf Schritt und Tritt verfolgen. Den meisten Frauen oder auch Pärchen, ist das zu aufdringlich. Nymphomaninnen sind da in ihrem Revier. Nicht selten werden männliche Sklaven zur Verfügung gestellt, oder ein Mann sitzt im Gynstuhl und lässt sich von jedem durchficken.

Ein „NEIN“ ist ein nein. Dieser Grundsatz gilt auch im PK. Meist ist das Personal sehr gut geschult, und läuft regelmäßige Runden, um die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten. Zuwiderhandlung wird mit Hausverbot bestraft.

Und nun zu der Frage, warum Du diesen Artikel überhaupt angeklickt hast: Wie ist es in einem Pornokino zu arbeiten? Was macht man da? Hat man Sex mit den Gästen? Muss man eine besondere Art von Persönlichkeit sein, um dort zu arbeiten? Macht es Spaß?

Ich fang mal ganz am Anfang an. Wer meinen Blog verfolgt, weiß, dass ich schon ein paar Mal im Kino war. Ich mag die Atmosphäre, die Menschen dort. Und ja, ich habe auch lästige, aufdringliche Männer erlebt, aber die gibt es überall. Auch in der Straßenbahn. Die meisten Männer dort sind höflich, unaufdringlich, bedanken sich, und geben meist sogar ein Getränk aus. So bin ich damals zu meinem Job gekommen. Ich hab mich einfach beworben.

Ja, genau. Ich habe eine Bewerbung geschrieben, mit Lichtbild und Lebenslauf. Ganz konventionell, wie bei jedem anderen Job auch. Ich hatte ein Vorstellungsgespräch und ein Probearbeiten. Also alles ganz normal. Es ist ein Job wie jeder andere. Ich bekomme Lohn, bin bei der Steuer angemeldet, habe Arbeitszeiten und einen Dienstplan.

Was mache ich da? Nun, zu unserem PK gehört ein sehr großer Sexshop. Der benötigt natürlich Betreuung. Wir öffnen morgens schon, und zwar bevor das Kino aufmacht. Wir verkaufen Dildos, Vibratoren und Masturbatoren. Aber natürlich auch Gleitgele, Massagegele, und nicht zu vergessen Potenzmittel. Die Kunden, die zu uns kommen, wollen meistens eine Beratung, und auch ganz oft mal ausprobieren. Was natürlich nicht heißt, dass sich die Kundin in eine Kabine verzieht, und erstmal das Produkt testet. Einen Vibrator testet man am Ellenbogen oder an der Nasenspitze. Erst nach dem Kauf darf er eingesetzt werden. Grundsätzlich sind alle Sexprodukte vom Umtausch ausgeschlossen.

Und man glaubt es kaum, wir haben eine große Auswahl an Videos. Und, was für mich persönlich noch überraschender war: wir verkaufen davon sehr viele. Kleine Geschichte am Rand: letztens kam ein Herr zu uns. Weit über 80 wie er mir stolz erzählte. Der suchte für seine Männerrunde Pornos. Den einen hatte wohl die wesentlich jüngere Freundin verlassen, und da wollten sie sich zu Bier und Pornos einen schönen Abend machen.

In einem Sexshop ist man eher Verkäufer und Berater. Oftmals sind es Gespräche über sexuelle Vorlieben, Probleme, teilweise sogar Ehesorgen. Man ist Verkäufer, Tröster, Berater, und Zuhörer. Mit dem Job bei Rewe definitiv nicht zu vergleichen. Man braucht wesentlich mehr Feingefühl. Da wir auch Bekleidung verkaufen, benötigt man zumindest die Basics, was Mode anbelangt, und man sollte gnadenlos ehrlich sein. Ein unzufriedener Kunde wird es sofort 10 Leuten weitererzählen. Ein zufriedener Kunde kommt wieder.

Aber was tut man nun in einem Pornokino? Erster Mythos: man hat Sex mit den Kunden.

Auf gar keinen Fall!!! Das würde die sofortige Kündigung bedeuten. Ich kenne keinen Laden, wo man während der Arbeitszeit Sex haben darf. Nicht mal im Büro. Also warum sollte das im PK anders sein? Ich weiß, jetzt platzt Dein Kopfkino. Aber mal ehrlich: wer kassiert dann den Eintritt? Wer kümmert sich um die Gäste? Wer macht hinterher alles sauber?

Ja, genau. Mein Job ist es nicht nur an der Kasse zu sitzen, sondern auch die Theke zu managen. Ich koche Kaffee, verkaufe kleine Snacks, sehe zu, dass immer Kondome da sind, und unterhalte mich mit den Gästen. Ich mache Führungen durch das Kino, erzähle was, räume mit Mythen auf, und versuche so, die Angst und Bedenken auszuräumen. Mein Job ist es, ein gutes Gefühl zu vermitteln. Sicherheit zu geben. Wir leben von unseren Kunden, sie bezahlen unser Gehalt. Und gerade in dieser Branche bedarf es mehr Feingefühl als in anderen.

Viele Sexshop-Besitzer und Kinobetreiber jammern immer wieder über rückläufige Zahlen. Kein Wunder, man benötigt schon ein Alleinstellungsmerkmal, und sehr gute Werbung, damit man sich auf diesem schweren Markt halten kann. Nur allein auf so vielen Plattformen wie möglich vertreten zu sein, reicht da meistens nicht aus. Charismatisches Personal, zufriedene Gäste und Kunden, Mundpropaganda. Das sind die Zauberworte.

Also was bin ich als Angestellte in einem Pornokino/Sexshop?                                         Ich bin Freundin. Höre zu, gebe Ratschläge, verführe Dich, einen Vibrator zu kaufen, oder berate Dich bei der Wahl des Outfits für den nächsten Clubbesuch. Ich bin Verkäuferin, Beziehungscoach und Produktanalystin. Natürlich kaufe ich auch mal einen Vibrator bei uns. Schließlich muss ich das Ding doch mal ausprobieren. Im Shop darf ich das nicht. Und rein zu Studienzwecken wandert schon das ein oder andere Spielzeug in meinen Warenkorb.

Ich bin Reinigungskraft, McGyver und Filmvorführer. Aus einem riesigen Portfolio suchen wir wöchentlich andere Filme aus. 24 Räume mit Fernseher wollen schließlich unterschiedlich ausgestrahlt werden. Ich repariere kleinere Schäden, reinige Glory Holes, und natürlich die benutzten Betten der Paare.

Ich bin Kassenkraft, Türsteher, Telefonistin und Barfrau. Ich kassiere den Eintritt, achte auf die Altersgrenze, und wer da sonst noch rein will. Ich beantworte Fragen am Telefon von Lieferanten und Kunden. Ich verkaufe nicht nur das Bier, sondern auch Klatsch und Tratsch, und was man sonst so am Tresen mit dem Barmann so quatscht.

Es ist eine vielseitige, abwechslungsreiche Tätigkeit. Ja, jeder kann sich bei uns bewerben. Aber für diesen Job muss man geeignet sein. Wie in der Gastronomie auch, arbeitet man Abends und am Wochenende. Wir bezahlen normalen Lohn, also erwarte nicht, dass Du reich wirst. Du musst weder eine Lehre, noch Berufserfahrung nachweisen. Menschenkenntnis und Empathie dagegen schon. Wie Du aussiehst? Nebensache. Auf den Charakter kommt es an. Ob Du reden kannst, Feingefühl hast und Verkaufstalent. Und natürlich darf Dich ein onanierender Mann nicht gleich aus der Fassung bringen.

Du hast jetzt auch Lust bekommen? Dann guck doch einfach mal bei dem PK in Deiner Region rein!

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