Samstag:
Als wir um 10 Uhr schon wieder wach waren, fühlten wir uns nicht wirklich so, als könnten wir nochmal Sex haben. Jedoch als er meine Hand an seine Latte legte, befeuchtete sich sofort meine Möse, und ich schwang mich auf ihn drauf, um „ins Morgenrot zu reiten“.
Nach einem Frühstück bei McDonalds ging für mich die Fahrt nach Hause. Schnell, schnell rein. Schnell, schnell umpacken. Schnell, schnell wieder los. Dieses Mal Richtung Alatex. Wir waren im HarzHeide angemeldet. Eine Stunde Fahrt. Und das bei dem fiesen Nebel. Ich war so froh, dass ich in meinem Zustand das nicht fahren musste.
Im Hotel angekommen, bezogen wir erstmal ein wunderschönes Zimmer mit unglaublich netten Gastleuten. Da Alatex grandios hergerichtet war, wollte ich nicht daneben abstinken, also schminkte ich mich, zog Strümpfe an und High Heels. So gefiel ich ihm. Er war eher das Zwitterwesen heute. Ein mittelalterlich wirkendes Jackett, Halterlose und Stiefel. Sah echt gut aus. So würden wir bestimmt die Blicke auf uns ziehen.
Und so ließen wir uns vom Herbergsvater in den Club fahren. Wir waren ziemlich zeitig dran, und doch war der Club schon gut gefüllt. Für uns beide war es quasi ein Heimspiel. Kunigunde entstand in diesem Club, und dort hatte ich auch vor einigen Jahren Alatex kennengelernt. Irgendwie doch sehr nostalgisch. Vielleicht waren auch deshalb einige Leute verwundert, dass wir zusammen aufkreuzten.
Das Motto des Abends lautete „Mollyparty“ und wie auch bei uns im Kino geht es ja darum sich als Curvy wohl und angenommen zu fühlen. Es geht um Rubens und ihre Liebhaber. Egal ob dünne Frau, molly Mann oder curvy Frau und dünner Mann. Immer wieder faszinierend, wenn beide ziemlich mollig sind. Ich finde mich ja schon sehr curvy. Jedoch waren da Frauen mit definitiv 2-3 XXL. Wunderschön zurecht gemacht. Keine Frage. Und meistens haben die Frauen wunderschöne, ebenmäßige Züge. Und Titten. Ich steh so sehr auf Titten.
Wir richteten uns also gemütlich im Raucherbereich ein, und beobachteten die Leute. Mit einigen kamen wir ins Gespräch. Ich kannte kaum jemanden, während Alatex immer wieder, wie ein Schmetterling von einem zum nächsten huschte. Ich war ziemlich kaputt von gestern, deshalb nippte ich an meinem Energy und versuchte wach zu bleiben.
Es wurde viel gelacht und die Gespräche waren echt interessant. Jedoch wollte der Funken nicht so recht überspringen. War wohl Freitag zu viel. Micha war wie immer der perfekte Gastgeber, der mit Witz und Charme die weiblichen Gäste umgarnte, und die Männer animierte aktiver zu werden.
Alle Zimmer waren belegt und aus den meisten hörte man eindeutige Geräusche. Jedoch zwischen Alatex und mir blieb es freundschaftlich. Ich wusste einfach nicht, wie ich das Eis brechen sollte. Wollte ich das denn überhaupt? Was, wenn ich mit ihm Sex habe, und dann mag er mich nicht mehr? Als was bzw. wie wollten wir Sex haben? Würde dann unsere Freundschaft komisch werden? Der Sex zwischen uns stehen wie ne Wand?
Wir kennen uns nun schon ne ganze Weile. Seit ich in seiner Nähe wohne, sehen wir uns so einmal im Monat. Was echt schön ist. Ich mag die Gespräche, ich finde seine Spielzeugsammlung wahnsinnig interessant. Und oft ertappe ich mich, wie ich was davon ausprobieren möchte. Warum tue ich es nicht? Weil ich mich trotz allem schäme. Für das, was ich bin, für meine Neugier und ich habe Angst, dass er mich dann nicht mehr leiden kann.
Sonst habe ich ja keinerlei Probleme damit, mit allem und jedem Sex zu haben. Bei Frauen ist das auch irgendwie einfacher. Aber mit Männern habe ich da immer die Befürchtung, dass sie mich mögen, und ich sofort wieder in einer Beziehung stecke, die ich nicht kontrollieren kann. Ich kenne Alex. Er würde das nie wollen. Mehr als F+ wird das nicht. Trotzdem will ich nicht seine Gefühle verletzen.
Polyamorie ist nicht meins. Obwohl ich das wahrscheinlich schon sehr lange betreibe. Denn mal ganz ehrlich, wenn man zwei Freunde hat, mit beiden Sex hat, und auch nebenher Dinge unternimmt, was ist das dann? Bin ich schon so wie Mr.Tentakel, und ich bin verliebt? Weiß ich überhaupt, wie Liebe sich anfühlt? Bis jetzt waren Gefühle immer wie Steine im Magen. Ich war gestresst, weil ich Zeit für mich wollte, aber der Partner mich auch haben wollte. Ich habe immer zu viel gearbeitet, und musste dann meine wenige Freizeit mit dem anderen verbringen.
Ja, ich musste. Es war ein innerlicher und äußerlicher Zwang. Ich wollte es dem anderen recht machen, bin dabei aber selbst auf der Strecke geblieben. Ich bin gern allein. Und ich mache auch gern Sachen allein. Ich will nicht dauernd mit dem Typen was unternehmen. Meistens passen meine Partner nicht zu allen meinen Freunden. Oft hat mein Partner anderen Sex als ich. Und manchmal habe ich Sex, von dem niemand wissen darf. Für den ich mich dann doch schäme. Und das geht meinen Partner erst recht nix an.
Ich bin Beziehungsinkompatibel, weil das so ist. Und all das fällt mir ein, während ich mit jemandem rumknutsche, oder hemmungslosen Sex habe. Und ich hoffe, dass sich derjenige nicht in mich verliebt, und sich im besten Fall auch nicht mehr meldet. Und so sehr, wie ich mich nach Nähe sehne, ist mir doch klar, dass ich diesen Menschen niemals finden werde.
Ich brauche Sex mit unterschiedlichen Menschen, verschiedenen Geschlechts. Ich habe gern das Bett voller Menschen. Und ich habe gern die Kontrolle. Bis ich jemandem gestatte die Kontrolle zu übernehmen vergeht viel Zeit, und das braucht Vertrauen. Wer das einmal zerstört, wird dieses Privileg nie wieder erhalten.
Mein Traum: vorgeführt werden. Mit verbundenen Augen. Der Mann sucht die Stecher aus. Ich vertraue ihm vollkommen. Er weiß genau, was ich will und brauche. Kein Reinrammeln, kein Benutzen, keine Schmerzen. Danach können wir uns immer noch in die Augen sehen. Er sagt nicht sowas wie: das war geil du kleine Stute. Oder: na haben es dir die Jungs ordentlich besorgt du nymphomanes Dreckstück. Er respektiert diesen Ausrutscher. Kommentarlos. Er verlangt auch nicht, dass ich das ständig will. Er drängt sich nicht in den Vordergrund und will da auch noch mal drauf, weil er der letzte sein will. Sein Revier markieren quasi.
Mein Wunsch: den einen zu finden, der dominant genug ist mir die Stirn zu bieten. Sanft genug, um sich zu unterwerfen. Sexuell so aktiv, dass er mit mir mithalten kann, aber gönnen kann, damit auch andere zum Zug kommen. Ein Held, der mich verteidigt, wenn die Jungs mal wieder zu aufdringlich werden. Aber trotzdem klug genug Männer herbeizuwinken, die mich befriedigen können. Völlig eifersuchtsfrei, ohne Hintergedanken, und jederzeit ansprechbar und kollegial.
Auch ich möchte einen FFM haben. Mit einer Frau, die wir zusammen verwöhnen. Wo ich nicht angst haben muss, dass mein Freund mich aus dem Bett wirft, weil ich störe und er so besser an die andere ran kommt. Ich möchte vertrauen können, wenn mein F sagt er will nur ficken, dass ich nicht plötzlich verlassen werde, weil die andere mehr Zeit hat. Zu oft wurde ich verlassen, weil ich zu viel arbeite zu wenig Sex will, und eben halt auch Sex mit anderen Menschen habe. Frauen sind okay.
Lieber will ich nie wieder Gefühle für jemanden zulassen, als dass ich mich nochmal auf Sex oder Beziehung reduzieren lasse.
Verdammt, wie bin ich jetzt da draufgekommen? Ach ja, weil der Abend im HarzHeide zwar echt schön, aber auch irgendwie seltsam war. Grüppchenbildung und die Paare blieben eher unter sich. Alex und ich saßen zwar mittendrin, jedoch kam nie etwas zustande, und wir beiden landeten auch nicht auf der Matte. Weder einzeln noch zusammen. Später im Bett haben wir noch lange geredet. Über uns, Beziehungen, Liebe, Sex. Ich bin ziemlich verkopft, und habe eine sehr genaue Vorstellung wie Dinge laufen sollen. Und wenn es dann tatsächlich so weit ist, bekomme ich Angst, kneife den Schwanz ein, und renne weg.
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