Erstmal vorab: Bei dem Andreaskreuz handelt es sich weder um ein Verkehrszeichen das für einen Bahnübergang steht, noch eine religiöse Reliquie. Es hat umgekehrt auch nichts mit Satanskult zu tun!
Das Andreaskreuz ist ein x-förmiges Kreuz (oft nur Kreuz genannt) in Menschengröße. Benannt wurde es nach dem christlichen Apostel Andreas, der um 60 n. Chr. zum Tod durch Kreuzigung an einem X-förmigen Kreuz verurteilt worden sein soll. Es besteht meist aus Holz oder Metall und dient der Fixierung des passiven Partners (Bottom). Die Vorder- bzw. Rückseite des Fixierten sind dabei für den aktiven Partner (Top) frei zugänglich, die Extremitäten gespreizt und fixiert, dafür wird auch der Ausdruck spreadeagled verwendet. Dadurch, dass die Füße des Gefesselten meist auf dem Boden stehen und das Gewicht des Körpers tragen, sind Verletzungen der Gelenke und Atemnot durch den Zug auf die Arme und den Druck auf den Brustkorb wie bei einer echten Kreuzigung unwahrscheinlich.[1] Es findet sich oft auch in Abwandlungen als Wandhaken, klappbares Stand- oder Wandkreuz. Neben dem klassischen Andreaskreuz werden auch gelegentlich T-Kreuze (Christuskreuze) verwendet. Diese haben jedoch innerhalb des erotischen Spiels den Nachteil, dass die Beine des Gefesselten geschlossen sind. (Quelle wikipedia)
So weit der theoretische Teil. Was hier leider nicht steht, und was einem auch keiner sagt: So ein Kreuz ist echt ne knifflige Sache. Man muss da echt vorsichtig sein. Nicht nur mit dem Material. Es fängt damit an, aus welchem Holz, Metall oder anderem Werkstoff das Kreuz gefertigt sein soll. Denn wer denkt denn schon daran, ob man eine Holzstauballergie hat, oder ob es auf Dauer unangenehm sein kann, an ein kaltes Metallkreuz gefesselt zu sein? Ganz zu schweigen von der Verarbeitung. Man bewegt sich immer. Und nicht daran zu denken, was passiert, wenn man sich beim Spiel einen Holzsplitter einzieht.
Gut, dann hat man also das Kreuz. Aber wie befestigt man es? Wichtig ist zu bedenken wie schwer so ein Ding sein kann. Wer sowas wirklich selber fertigt, kennt das Gewicht. Schon beim Aufstellen wird man zu zweit sein müssen. Und genau deshalb sollte man immer bedenken, dass das Kreuz nicht einfach nur mit ein paar Schrauben an der Wand befestigt werden sollte. Es müssen Schwerlastdübel und Schwerlastanker verwendet werden (gibt’s im Baumarkt). Und man muss immer auch die Wandbeschaffenheit bedenken. So eine Lehmwand hält das nicht aus. Ich habe eine Bekannte, die hat 4 Metallstangen durch ihre Lehmwand getrieben, und im Nachbarzimmer verschraubt, damit das Kreuz fest steht.
ACHTUNG!!! Wenn das Kreuz nicht gut genug befestigt ist, dann kann es umfallen. Klingt im ersten Moment lustig, ist es aber nicht. Oben erwähnte Frau hat sich mit so einer Aktion den Arm gebrochen. Denn man bedenke: wenn das Kreuz umfällt, ist der SUB meistens daran gefesselt. So schnell bekommt man den nicht los. Was bedeutet, der SUB fällt mit dem kompletten Kreuz um, das Kreuz auf den SUB drauf. Also nicht lustig, sondern sehr gefährlich!!!
Nun aber zu den Spielregeln: Der devote Partner steht auch während der Fesselung am Andreaskreuz (Bondagekreuz) mit beiden Füßen auf dem Boden. Deshalb gibt es beim Gebrauch des Kreuzes so gut wie keine Risiken. Wichtig ist, dass der dominante Part auf die Durchblutung der Beine und Arme achtet.
Ist der Sub zu lange gefesselt, kann es zu Störungen der Durchblutung kommen. Der am Kreuz gefesselte Bottom darf zu keiner Zeit allein im Zimmer bleiben. So fixiert kann der Sub sich nicht selbst helfen, falls es zu Problemen kommt. Personen mit Herzproblemen oder Asthma haben sicher keinen Spaß am Andreaskreuz und sollten davon Abstand nehmen. Interessanter FunFact: ich kenne einige Menschen mit Parkinson, die auf das Andreaskreuz schwören. Sie meinten, sie wären nie entspannter gewesen, als am Kreuz gefesselt. Aber gerade bei Menschen die zu Anfällen neigen: NIEMALS ALLEINE LASSEN!!!!
Auch was am Kreuz passiert, liegt immer an der Spielbeziehung. Es bedarf einiges an Vertrauen. Schließlich ist man wehrlos. Und auch an den DOM werden hohe Anforderungen gestellt. Er muss immer aufmerksam sein, pflichtbewusst und mit allen Sinnen bei der Sache. Der DOM ist der aktive Part, von ihm geht die ganze Initiative aus. Er sollte sich genau überlegen was er machen will.
Ach so, noch ein kleiner Hinweis: Sex am Kreuz ist beschwerlich. Mögliche Arten von Penetration sind: fingern, fisten, Strap On Sex, auspeitschen. Auch anwixxen, anpinkeln oder ähnliche Dinge sind denkbar. Schließlich muss der SUB ja nicht immer mit dem Gesicht nach vorne befestig werden. Auch mit dem Gesicht zur Wand können erstaunliche Erlebnisse entstehen.