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Sex am Strand

Wunderschön gelegen, mitten im Wald. Und trotzdem gut zu erreichen an einer Bundesstraße. Hätte man so nicht vermutet. Mein Navi hat mich also mal wieder quer Feldein geschickt, ich dachte schon ich komm nicht mehr an. „Wir treffen uns auf dem Parkplatz“ Okay, das ist einfach. Dachte ich. Direkt an der Straße, quasi für die…

Wunderschön gelegen, mitten im Wald. Und trotzdem gut zu erreichen an einer Bundesstraße. Hätte man so nicht vermutet. Mein Navi hat mich also mal wieder quer Feldein geschickt, ich dachte schon ich komm nicht mehr an.

„Wir treffen uns auf dem Parkplatz“

Okay, das ist einfach. Dachte ich. Direkt an der Straße, quasi für die Wanderer und Spaziergänger, sind Parkbuchten, wobei auch das zu viel gesagt ist. Man kann dort gut parken. Nur aufgemerkt: Wer da nicht parkt, sondern wild oder gar ein paar Meter weiter im Forstweg, den erwartet eine saftige Strafe. Und die gehen wirklich rum, und kennen kein Erbarmen. Die Gemeinde braucht Geld.

Ich also geparkt und gewartet. Es waren nicht viele Autos da. Also für einen Freitag mit herrlichstem Wetter echt ungewöhnlich. Während ich auf den Jäger wartete, kam noch ein Pärchen und ein paar junge Leute. Ich war schon ganz nervös, als er endlich an mein Fenster klopfte. Ja, wir können los.

Gutes Schuhwerk ist zu empfehlen, denn man muss schon ein paar Meter durch den Wald, um zum Strand zu gelangen. Da ich nasse Kleidung auf der Haut verabscheue, bade ich immer nur FKK. Bis dahin ist der Weg dann doch weiter als gedacht.

Wenn man aus dem Wald heraustritt, eröffnet sich ein grandioser Blick: weißer Sandstrand. Es ist unglaublich. Immer wieder kleine Bauminseln, umgeben von dem wunderschönen Wald. Der Sand ist unglaublich weich und zum Glück räumen hier die Leute ihren Scheiß auch wieder weg. Heißt: echt sauber.

Wir also Decke ausgebreitet, ausgezogen, und erstmal mich unter einen Baum geparkt. „Schwimmen?“ fragte mich der Jäger pflichtbewusst. Natürlich wollte ich schwimmen. Ich war das ganze Jahr noch nicht im See. Also wieder durch den herrlichen Sand waten. In einem sanft auslaufenden Ufer konnte man in den See. Auch hier wieder eine grandiose Aussicht.

Ich vergaß zu erwähnen, dass wir auf dem Weg zum Wasser dann doch einige Aufmerksamkeit auf uns zogen. Weniger, weil wir nackt waren, sondern wegen meinem Begleiter. Er ist schon ziemlich gut bestückt, und so einige Damen fanden das sehr erregend. Trotzdem sprach uns niemand an.

Mehr als die Füße stellte er jedoch nicht ins Wasser. Ich rannte wie ein kleines Kind sofort in den See. Herrlich wie warm das Wasser war. Klar und sauber, und in den Gebüschen tummelten sich Entchen. Am anderen Ufer konnte man die Familien mit den Kindern sehen und hören.

Am liebsten wäre ich gar nicht mehr rausgekommen. Aber irgendwie war es mir mulmig da allein zurückzulaufen. Und als er Anstalten machte zu gehen, begleitete ich ihn. An den nackten, sich sonnenden Pärchen vorbei, und tatsächlich: da hinten vögelte ein Paar. Bisher hatte ich davon nur gehört. Aber ich hätte es mir nie vorstellen können, dass es tatsächlich einen so öffentlichen Ort gab, an dem man nicht nur nackt sein konnte, sondern auch ungestört und toleriert sich so hingeben konnte.

Der Jäger kannte das schon. Hat dort einige Male gevögelt, und wurde natürlich mit begehrlichem Blick begrüßt. Mich nahm man halt so hin. Ein wenig unwohl fühlte ich mich schon. Sieht halt echt saudumm aus, wenn so ne Walküre mit einem schlanken, drahtigen Jägersmann unterwegs ist. Ich überlege dann immer an einem Diätplan, um zumindest 10 kg weniger zu wiegen, damit das nicht so aussieht, als würde ich ihm sein Essen wegessen.

Er lacht dann immer, und sagt: „denkst du ich finde mich toll? Ich bin viel zu dünn. Wäre gern männlicher…“ und lauter so Zeug, und ich denk mir immer: lieber so dünn und alle gucken mir hinterher, als so dick wie jetzt und alle wollen mir das Essen wegnehmen, weil sie angst haben ich platze.

Tja so hat jeder seine persönlichen Problemzonen im Kopf. Was den Jäger nicht davon abhält, mir weiterhin sehr viele körperliche Freuden zu bereiten, und wir grandiosen Sex haben.

Neben uns kam langsam Leben auf, denn die Frau war definitiv horny, und spielte ganz ungeniert am Schwanz ihres Mannes herum. Was den Jäger motivierte, meinen Kopf Richtung seines langsam steif werdenden Gliedes zu ziehen. Mir war das Ganze immer noch suspekt. Ich fühlte mich beobachtet, aber nicht auf die gute Art.

Was wenn jemand kommt? Was, wenn sich jemand beschwert? Was, wenn es doch verboten ist? Was, wenn jemand mitmachen will? Ich war immer noch nicht ganz über die kürzlichen Erlebnisse im Kino hinweg.

  • Nein, ich habe darüber nicht geschrieben. Kann ich auch nicht, da ich was Schlechtes über meinen ehemaligen Arbeitgeber sagen müsste. Und nein, es wird auch im Nachhinein keinen Blog darüber geben.

Da aber niemand guckte, und auch das Pärchen neben uns langsam in Fahrt kam, wurde ich langsam lockerer. Und nach einem weiteren Schwimmausflug, den ich sogar allein antrat, war es dann so weit.

Ich muss gestehen, dass ich in der Nacht vorher ziemlich schlecht geschlafen hatte. Dauernd musste ich an den Heye Glas See denken, und die Geschichten, die ich gehört hatte, und die er mir erzählt hat. Von Sexorgien, Männern die sich hinter Büschen verstecken um zu spannern. Vom Schwimmen war seltsamerweise kaum die Rede. Nun, jetzt weiß ich auch warum. *lach

Ich erwartete quasi, wenn ich aus dem Wasser komme, den Jäger mit einer anderen Frau vögeln zu sehen. Er hatte so viel erzählt, wen er da alles schon hatte, und dass er nur deswegen hinfährt, und auch immer wieder deshalb angeschrieben wird.  Vor meinem inneren Auge sah ich das alles schon, und war immer wieder fasziniert und begeistert, dass er immer noch auf der Decke lag, und offensichtlich auf mich geil war.

Er schimpft immer mit mir, weil er sagt er mag es nicht, wenn ich so abfällig über mich denke. Ich kann das aber echt nicht steuern. Denn jedes Mal, wenn ich positiv über mich denke, und mich wohl fühle, dann erwacht dieser sexuelle Hunger. Mein Trieb wird getriggert, ich „fresse“ ein paar Männer, und danach fühle ich mich schlecht. Warum? Weil das seit Jahrhunderten für uns Frauen verboten ist. Lust zu empfinden ist schlecht. Mehrere Liebhaber zu haben ist böse. Sexuell Selbstbestimmt zu sein diabolisch. Frauen wie ich werden nie einen Partner finden, werden nie heiraten, und erst recht nicht die Liebe finden. Viel zu oft gehört. Langsam glaub ich es selbst.

Und so sah ich den Anderen beim Vögeln zu, quatschte über Belangloses mit dem Jäger, und drehte mich einfach nur um ihn. „Sex?“ die Frage kam so unvermittelt und selbstverständlich. Er, der Schüchterne, war plötzlich doch sehr forsch. Er fingerte mich und ich wäre fast gekommen. Das Setting war perfekt. Jedoch mein Kopf…böses Ding.

Aber er wollte mich ficken. Mich, die Dicke, nicht die hübscheste am Strand, obwohl er auch zum Pärchen gegenüber hätte gehen können. Also drehte er mich in die Richtung, dass sie uns zusehen konnten, und wir ihnen. Ich war leise. Verhalten. Wollte nicht zu viel Aufmerksamkeit auf mich ziehen. Außerdem angespannt, dass ich auch ja nicht die Decke vollsaue.

Natürlich war ihm das alles egal. Und er kennt sie alle, die Kniffe und Triggerpunkte, mit denen er mich irre macht. Ein wenig langsamer, weniger tief, und plötzlich hart zustoßen, voll gemein. Und dann brach es aus mir raus. Ich schimpfte, und fluchte, ich wurde böse und vergaß alles um mich herum. Erst als er sich anfing mit dem Nachbarn zu unterhalten, und der meinte: „Sex-Tourette, kenne ich“ dann löste sich der Knoten endgültig.

Bei der Kippe danach, sprachen wir nochmal drüber, warum ich mich so unwohl gefühlt hatte. Und wir brauchen nicht nur ein Saveword. Das braucht man hauptsächlich dazu, um etwas zu beenden. Aber wie signalisiert man seinem Partner, dass man gern etwas starten würde? Go-Jäger-go? Handtuch? Avocado? Mausebär? Schon witzig, wie man sich so unterhalten kann mit jemandem der genauso tickt. Es ist so unglaublich einfach und befreiend. Kein Scherbenlaufen und Berg-und-Tal-Fahrt.

Laut meiner Badetasche hatten wir drei Mal Sex. Hätte ich echt nicht gedacht. Das Pärchen neben uns verabschiedete sich irgendwann, und an seine Stelle trat ein junger Mann, recht groß mit Dutt. Er sah nicht schlecht aus, schnorrte sich eine Zigarette, war höflich und zurückhaltend. Der Jäger freute sich schon, und fragte auch gleich, ob ich ihn attraktiv fände. Irgendwie war ich entrüstet, und fühlte mich schlecht. War ich ihm zu viel? Wäre es ihm lieber, wenn ich wo anders wen anders vögeln würde, damit er die Berechtigung hat, auch wen anders zu vögeln?

Nein. Ergibt keinen Sinn. Er muss nicht fragen. Keiner von uns. Er hat seine Geliebten, die er fickt. Und ich treffe mich auch oft genug mit jemand anderes, oder gehe ins Kino und lasse mich GB-mäßig durchnageln. Also was soll dieser dumme Gedanke?

Vielleicht liegt es daran, dass langsam diese ganze Anspannung wegfällt. Ich habe einen superguten Freund, mit dem ich über alles reden kann. Gleichzeitig fickt er wie ein Halbgott, und ich muss ihn nicht behalten. Wenn ich wen anders vögel können wir drüber reden, und ich bin gefühlsmäßig auch nicht so, dass ich Besitzansprüche habe. Es ist eigentlich ne sehr schöne Sache. Es fühlt sich leicht und unbeschwert an. Mein Überlebensmodus kommt endlich wieder ins Gleichgewicht. Und ich schäme mich immer weniger dafür, was ich bin.

Ich wurde mal gefragt wer ich bin. Nicht, was ich sein will, sondern wer ich bin. Ich konnte die Frage nicht beantworten. Aber der Weg ist klar: Geliebte, Göttin, Muse, Arbeiterbiene, Freidenker, Feministin, Kriegerin. Ich will alles davon sein. Nicht nur eins. Denn „WIR SIND VIELE“!

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